Mauritius: Praktischer Überblick für die erste Reise

Mauritius: Praktischer Überblick für die erste Reise

Mauritius wird oft als klassisches Luxusziel für Badeurlaub dargestellt: türkisfarbene Lagunen, Palmen, heller Sand und ein Hotelpool mit Blick aufs Meer. All das gibt es tatsächlich, aber die Insel ist deutlich vielseitiger als dieses Postkartenbild. Innerhalb weniger Tage kann man vulkanische Berge, geschützte Wälder, Zuckerrohrfelder, hinduistische Tempel, kreolisch geprägte Orte, koloniale Architektur und sehr unterschiedliche Küsten erleben.

Die Insel ist kompakt genug, um sie zu erkunden, ohne ständig die Unterkunft wechseln zu müssen. Genau das macht Mauritius sowohl für einen ein- bis zweiwöchigen Urlaub als auch für individuelles Reisen und längere Aufenthalte interessant. Die Straßen sind insgesamt gut, mobiles 4G/5G ist weit verbreitet, außerhalb der Resorts gibt es zahlreiche Apartments und Villen, und für bestimmte Langzeitaufenthalte existiert das Premium Visa.

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Mauritius außerdem vergleichsweise unkompliziert: Für diese Pässe ist derzeit kein Visum vor der Reise erforderlich. Gleichzeitig sollte man einige Unterschiede zum Alltag in Mitteleuropa kennen — vor allem Linksverkehr, tropisches Klima, größere Entfernungen als die Karte vermuten lässt und die starke Rolle von Französisch und Mauritian Creole im täglichen Leben.

Dieser Überblick zeigt Mauritius so, wie man die Insel 2026 praktisch erleben kann: welche Regionen sich wofür eignen, wann die beste Reisezeit ist, was man außerhalb der Strände sehen kann und welche Details vor der Anreise wichtig sind.

Mauritius auf einen Blick
Hauptstadt Port Louis
Währung Mauritius-Rupie (MUR)
Bevölkerung der Republik rund 1,24 Millionen
Bevölkerung der Hauptinsel rund 1,195 Millionen
Höchster Punkt Piton de la Petite Rivière Noire, 828 m
Im Alltag wichtige Sprachen Mauritian Creole, Französisch, Englisch
Straßenverkehr Linksverkehr
Flexibelste Art, die Insel zu erkunden Mietwagen
Wärmere und feuchtere Jahreszeit etwa November bis April
Kühlere und trockenere Jahreszeit etwa Mai bis Oktober
Deutschland, Österreich, Schweiz kein Visum vor der Reise erforderlich
Längerer Aufenthalt Premium Visa bis zu einem Jahr, verlängerbar

Wo liegt Mauritius – und was gehört eigentlich zur Republik Mauritius?

Mauritius ist ein Inselstaat im südwestlichen Indischen Ozean, östlich von Madagaskar. Politisch und geografisch gehört das Land zu Afrika, obwohl es weit vor der kontinentalen Küste liegt.

Dabei sollte man zwischen der Insel Mauritius und der Republik Mauritius unterscheiden. Zum Staat gehören neben der Hauptinsel auch Rodrigues sowie mehrere kleinere Inseln und Inselgruppen. Nach Angaben von Statistics Mauritius lebten Mitte 2026 rund 1,24 Millionen Menschen in der Republik, davon knapp 1,195 Millionen auf der Hauptinsel Mauritius.

Die gesamte Republik umfasst ungefähr 2.040 Quadratkilometer. Auf der Karte wirkt die Hauptinsel klein genug, um sie schnell zu durchqueren. In der Praxis können Fahrzeiten trotzdem überraschend lang sein: Viele Straßen führen durch Städte und Dörfer, in dicht besiedelten Regionen gibt es viel Verkehr, und im bergigen Südwesten sind die Straßen kurvenreich.

Mauritius ist vulkanischen Ursprungs. Der höchste Punkt ist der 828 Meter hohe Piton de la Petite Rivière Noire im Südwesten in der Nähe des Black River Gorges National Park. Das zentrale Hochland ist kühler und feuchter als viele Küstengebiete, während sich der größte Teil des Tourismus entlang der Küste konzentriert.

Klima: Nicht jede Region erlebt dieselbe Jahreszeit gleich

Mauritius kann grundsätzlich das ganze Jahr über bereist werden, aber Jahreszeit und Küste machen einen deutlichen Unterschied.

Die wärmere und feuchtere Zeit dauert ungefähr von November bis April. An der Küste liegen die Tagestemperaturen häufig bei etwa 28 bis 33 °C, die Wassertemperaturen ungefähr bei 26 bis 30 °C. Januar bis März zählen meist zu den heißeren und niederschlagsreicheren Monaten.

Von etwa Mai bis Oktober wird es kühler und in vielen Regionen trockener. An der Küste liegen die Temperaturen tagsüber oft bei 22 bis 28 °C, das Meer meist bei etwa 22 bis 25 °C. Das ist weiterhin tropisches Wetter, aber am Abend kann es besonders im zentralen Hochland überraschend frisch werden.

Auch innerhalb der Insel gibt es Unterschiede. Der Norden und Westen gelten im Allgemeinen als sonniger und trockener. Die Ostküste ist stärker den Passatwinden ausgesetzt, während das zentrale Hochland deutlich mehr Regen erhält und häufig kühler ist.

Die tropische Zyklonsaison im südwestlichen Indischen Ozean fällt hauptsächlich in die wärmere Jahreshälfte. Das bedeutet nicht, dass Mauritius zwischen November und April regelmäßig direkt von einem Zyklon getroffen wird. Wer in dieser Zeit reist, sollte jedoch die Prognosen des Mauritius Meteorological Services verfolgen.

Für viele Reisende sind April–Mai und Oktober–November ein angenehmer Kompromiss: Das Meer ist warm, während die Hitze weniger intensiv sein kann. Einen allgemein „besten Monat“ gibt es trotzdem nicht — entscheidend sind die gewählte Küste und die geplanten Aktivitäten.

Welche Region eignet sich für welchen Aufenthalt?

Ein häufiger Fehler bei der ersten Reise ist die Annahme, der Standort der Unterkunft spiele wegen der geringen Größe der Insel kaum eine Rolle. Tatsächlich unterscheiden sich die wichtigsten Küstenregionen deutlich voneinander.

Der Norden und Grand Baie bilden das lebhafteste touristische Zentrum. Hier gibt es besonders viele Restaurants, Bars, Geschäfte, Einkaufszentren, Bootsausflüge und Unterkünfte verschiedener Kategorien. Wer abends zu Fuß aus dem Apartment gehen und mehrere Restaurants oder Bars in der Nähe haben möchte, ist hier meist gut aufgehoben. Pereybere, Mont Choisy und Trou aux Biches liegen ebenfalls in der Nähe und bieten beliebte Strände.

Der Westen — Flic-en-Flac, Tamarin und Black River — eignet sich besonders gut für Individualreisende und längere Aufenthalte. Flic-en-Flac hat einen langen öffentlichen Strand, Restaurants, Supermärkte und viele Apartments. Tamarin und Black River sind ruhiger und liegen näher an den Bergen, Le Morne und den wichtigsten Naturzielen des Südwestens.

Le Morne und der Südwesten gehören landschaftlich zu den eindrucksvollsten Teilen der Insel. Le Morne Brabant erhebt sich direkt über einer großen Lagune, und die Region ist besonders für Kitesurfen bekannt. Wer allerdings viele Geschäfte, Nachtleben und Restaurants in Laufnähe möchte, findet andere Regionen praktischer.

Die Ostküste mit Belle Mare, Trou d’Eau Douce und angrenzenden Orten ist für lange Strände, Lagunen und größere Resorts bekannt. Hier geht es ruhiger zu als im Norden und Westen. Gleichzeitig ist die Küste stärker den Passatwinden ausgesetzt, besonders in der kühleren Jahreszeit.

Der Südosten — Mahébourg und Blue Bay — wirkt weniger wie eine klassische Ferienzone. Mahébourg eignet sich für Reisende, die mehr lokales Leben und Geschichte erleben möchten. Blue Bay ist für seine Lagune und den Marine Park bekannt. Auch der internationale Flughafen liegt im Südosten.

Das zentrale Hochland und Port Louis sind normalerweise nicht die erste Wahl für einen Badeurlaub. Port Louis lohnt sich als Hauptstadt für einen Tagesausflug, während die Städte im Zentrum für Arbeit und Alltag praktisch sein können, aber nicht das Küstenerlebnis bieten, wegen dessen die meisten Besucher nach Mauritius kommen.

Strände und Lagunen

Die große Stärke von Mauritius sind nicht einfach viele Strände, sondern die zahlreichen geschützten Lagunen.

Ein Korallenriff umgibt große Teile der Insel. Zwischen Küste und offenem Ozean entstehen dadurch weite Bereiche mit relativ ruhigem und flachem Wasser. Genau deshalb eignen sich viele Strände auf Mauritius besonders gut für entspanntes Baden.

Trou aux Biches, Mont Choisy, Pereybere, Belle Mare, Flic-en-Flac und Blue Bay gehören zu den bekanntesten Badegebieten. Le Morne ist zusätzlich wegen der Kombination aus Lagune und Bergkulisse besonders eindrucksvoll.

Die Bedingungen sind jedoch nicht überall gleich. Manche Lagunen eignen sich ideal zum Schwimmen, andere bleiben über eine große Entfernung sehr flach. Wieder andere Bereiche sind besser für Schnorcheln, Windsurfen oder Kitesurfen geeignet. Außerhalb des Riffs kann der Ozean deutlich rauer sein, mit stärkeren Wellen und Strömungen.

Auch der berühmte „Unterwasser-Wasserfall“ bei Le Morne sollte richtig verstanden werden. Es handelt sich nicht um einen echten Wasserfall unter dem Meer, sondern um einen optischen Effekt, der durch Unterwassertopografie, Sandbewegungen und den abrupten Übergang in große Meerestiefen entsteht. Am besten ist der Effekt aus der Luft zu erkennen.

Was gibt es außer Stränden zu sehen?

Wer Mauritius nur vom Strand aus erlebt, verpasst einen großen Teil dessen, was die Insel interessant macht.

Le Morne Brabant

Der Basaltberg im Südwesten gehört zu den wichtigsten Symbolen von Mauritius und ist UNESCO-Welterbe. Le Morne ist eng mit der Geschichte entflohener versklavter Menschen verbunden und wurde zu einem Erinnerungsort des Widerstands gegen die Sklaverei.

Heute kommen Besucher sowohl wegen dieser historischen Bedeutung als auch wegen der Landschaft. Wanderungen auf den Berg bieten einige der besten Ausblicke auf die Lagune im Südwesten.

Black River Gorges National Park

Das größte Naturschutzgebiet der Hauptinsel umfasst mehr als 6.500 Hektar. Es besteht aus Wald, Wanderwegen und Aussichtspunkten und umfasst auch den höchsten Punkt von Mauritius, den Piton de la Petite Rivière Noire mit 828 Metern.

Der Nationalpark ist einer der besten Orte, um eine Seite von Mauritius ohne Strände und Resorts kennenzulernen. Das Wetter kann sich dort deutlich von der Küste unterscheiden: In höheren Lagen ist es feuchter, kühler und häufiger bewölkt.

Chamarel

Chamarel ist für seinen Wasserfall, die vulkanische Landschaft und die Seven Coloured Earth bekannt. Bei dieser geologischen Sehenswürdigkeit bilden mineralreiche Böden verschiedene sichtbare Farbtöne.

Der Ort ist klar touristisch geprägt, lässt sich aber gut mit Black River Gorges und anderen Zielen im Südwesten zu einem Tagesausflug verbinden.

Grand Bassin

Ganga Talao, von vielen Besuchern als Grand Bassin bezeichnet, ist ein heiliger Kratersee und eines der wichtigsten hinduistischen religiösen Zentren des Landes. Während Maha Shivaratri kommen besonders viele Pilger hierher.

Der Ort zeigt sehr deutlich, dass Mauritius weit mehr als ein Badeziel ist. Das indische Erbe und der Hinduismus spielen im gesellschaftlichen Leben bis heute eine wichtige Rolle.

Botanischer Garten von Pamplemousses

Der Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden im Norden ist ein historischer botanischer Garten mit Palmen, Gewürzpflanzen, Wasserpflanzen und großen Seerosen.

Er sollte nicht mit Tier- oder Abenteuerparks verwechselt werden. Pamplemousses ist tatsächlich ein botanischer Garten — ältere Reiseführer vermischen diese Attraktion gelegentlich mit völlig anderen Anlagen auf der Insel.

Port Louis und Aapravasi Ghat

Die Hauptstadt unterscheidet sich deutlich von der Resortküste. Port Louis lohnt sich wegen des Markts, des Streetfoods, der Caudan Waterfront und des historischen Kontexts.

Besonders wichtig ist Aapravasi Ghat, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Im 19. Jahrhundert kamen über dieses Einwanderungsdepot viele Vertragsarbeiter, vor allem aus Indien, nach Mauritius, nachdem die Sklaverei abgeschafft worden war. Diese Migration prägte die heutige Bevölkerung und Kultur des Landes entscheidend.

Kultur und Sprache: Was bedeutet das für deutschsprachige Reisende?

Mauritius war während eines großen Teils seiner frühen Geschichte unbewohnt. Im 17. Jahrhundert begannen die Niederländer mit einer dauerhafteren Besiedlung, später übernahmen die Franzosen die Insel und 1810 Großbritannien. 1968 wurde Mauritius unabhängig.

Die Geschichte der Sklaverei, die spätere Einwanderung zahlreicher Vertragsarbeiter aus Indien und die Ansiedlung chinesischer, afrikanischer und europäischer Gemeinschaften schufen eine ungewöhnlich vielfältige Gesellschaft.

Heute hat ein großer Teil der Bevölkerung indische Wurzeln, gleichzeitig sind kreolische, französische, chinesische und europäische Einflüsse überall sichtbar. Religionen, Sprachen, Küche und Feiertage spiegeln diese Mischung wider.

Mauritian Creole hört man im Alltag am häufigsten. Französisch ist in Medien, Gastronomie, Werbung und vielen alltäglichen Gesprächen sehr präsent. Englisch spielt eine wichtige Rolle in Verwaltung, Bildung und Wirtschaft.

Deutsch ist dagegen kaum verbreitet. Mit Englisch kommt man in Hotels, bei Mietwagenfirmen, in touristischen Restaurants und bei vielen Dienstleistungen gut zurecht. Wer zusätzlich Französisch spricht, hat im Alltag einen deutlichen Vorteil.

Für einen kurzen Urlaub ist die Sprachfrage selten ein Problem. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt kann Französisch jedoch spürbar helfen, etwa bei Wohnungssuche, lokalen Dienstleistungen und alltäglicher Kommunikation.

Was sollte man auf Mauritius essen?

Die mauritische Küche ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Geschichte der Insel kennenzulernen. Sie lässt sich kaum auf eine einzige Tradition reduzieren: Indische Currys stehen neben chinesischen Nudeln, kreolischen Saucen und französisch geprägtem Gebäck.

Das bekannteste Streetfood ist dholl puri, ein dünnes Fladenbrot mit gemahlenen gelben Erbsen, das meist mit Curry, Chutney und eingelegtem Gemüse serviert wird. Ebenfalls probieren sollte man farata, mine frite — gebratene Nudeln —, bol renversé, kreolisches rougaille, Fischcurry und Snacks wie gâteaux piments.

An der Küste sind Fisch und Meeresfrüchte weit verbreitet. Mauritius produziert außerdem Rum, und Zuckerrohr prägt bis heute große Teile der Landschaft und Wirtschaftsgeschichte.

Die Preise unterscheiden sich stark nach Art des Lokals. Streetfood und kleine lokale Restaurants können sehr günstig sein. Restaurants in hochwertigen Hotels oder direkt an beliebten Stränden kosten dagegen schnell ein Mehrfaches.

Wie bewegt man sich auf der Insel fort?

Öffentliche Busse verbinden viele Orte und Strände und sind günstig. Für Reisende ohne straffen Zeitplan können sie gut funktionieren. Naturziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings nicht immer praktisch erreichbar, und Umstiege können kurze Distanzen deutlich verlängern.

Der Metro Express verbindet Port Louis mit mehreren Orten entlang des zentralen urbanen Korridors. Für Einheimische ist er wichtig, für die meisten klassischen Strandrouten dagegen nur begrenzt relevant.

Taxis eignen sich für Transfers und einzelne Ausflüge. Wer die Insel unabhängig erkunden möchte, ist mit einem Mietwagen meist am flexibelsten.

Auf Mauritius herrscht Linksverkehr. Für Fahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das zunächst eine Umstellung, besonders an Kreisverkehren und Kreuzungen. Das Straßennetz ist insgesamt gut, allerdings können Dorfstraßen eng sein und der Verkehr rund um Port Louis und andere dicht besiedelte Gebiete zur Hauptverkehrszeit stark werden.

Das Auswärtige Amt weist für deutsche Reisende darauf hin, dass außerhalb geschlossener Ortschaften mit engen und unübersichtlichen Straßen sowie unbeleuchteten Zweirädern oder Tieren auf der Fahrbahn gerechnet werden sollte. Wer selbst fährt, sollte daher gerade nach Einbruch der Dunkelheit defensiv unterwegs sein.

Die geringe Größe der Insel kann täuschen. Eine Fahrt vom Norden nach Le Morne oder von der Ost- an die Westküste kann mit Verkehr, Bergstraßen und Zwischenstopps einen beträchtlichen Teil des Tages beanspruchen.

Geld, Karten und mobiles Internet

Die Landeswährung ist die Mauritius-Rupie, meist als MUR oder Rs angegeben.

Visa und Mastercard werden in Hotels, Supermärkten, Einkaufszentren und den meisten touristischen Betrieben weitgehend akzeptiert. Bargeld ist trotzdem nützlich für Märkte, Streetfood, kleine Restaurants und einige lokale Dienstleistungen.

Es ist normalerweise nicht notwendig, vor der Reise große Bargeldbeträge zu tauschen. Banken, Geldautomaten und offizielle Wechselstuben sind auf der Insel verfügbar. Da sich Wechselkurse laufend verändern, ist ein aktueller Kurs kurz vor der Reise sinnvoller als ein fester Wert in einem Reiseführer.

Die mobile Internetversorgung ist insgesamt gut. 4G/5G ist weit verbreitet, und es gibt touristische SIM-Karten sowie eSIM-Angebote. Tarife ändern sich regelmäßig, deshalb lohnt sich ein aktueller Vergleich der Anbieter bei der Ankunft.

Für einen normalen Urlaub reichen Hotel-WLAN und mobile Daten meist problemlos aus. Wer mehrere Monate remote arbeiten möchte, sollte die tatsächliche Festnetzverbindung einer konkreten Wohnung prüfen, bevor ein langfristiger Mietvertrag unterschrieben wird.

Einreise für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Die Einreisebestimmungen richten sich immer nach dem verwendeten Reisepass.

Deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen als EU-Bürger nach den aktuellen mauritischen Regeln kein Visum vor der Reise. Auch Schweizer Staatsangehörige sind in der aktuellen länderspezifischen Visaliste von Mauritius mit No visa required aufgeführt.

Visumfreiheit bedeutet jedoch nicht, dass keine Einreisebedingungen gelten. Reisende müssen einen gültigen Reisepass, ein Rück- oder Weiterflugticket, eine bestätigte Unterkunft und ausreichende finanzielle Mittel für den Aufenthalt nachweisen können. Die endgültige Entscheidung über Einreise und zulässige Aufenthaltsdauer trifft der Immigration Officer bei der Ankunft.

Für deutsche Staatsangehörige weist das Auswärtige Amt aktuell darauf hin, dass der Reisepass zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate über das geplante Reiseende hinaus gültig sein soll. Österreichische und schweizerische Reisende sollten die jeweils aktuellen Hinweise ihrer eigenen Außenministerien ebenfalls kurz vor der Abreise prüfen.

Alle Flugreisenden müssen außerdem vor dem Abflug die Mauritius All-in-One Travel Form mit Reise- und Gesundheitsangaben ausfüllen. Das Formular ist kostenlos; die Bestätigung kann bereits beim Boarding verlangt werden.

Gesundheits- und Einreiseregeln können bei Ausbrüchen bestimmter Krankheiten kurzfristig angepasst werden. 2026 gab es beispielsweise zeitweise zusätzliche Vorgaben für Reisende, die sich zuvor in bestimmten betroffenen Staaten aufgehalten hatten. Deshalb lohnt sich eine erneute Prüfung unmittelbar vor dem Flug.

Mehrere Monate auf Mauritius: Premium Visa und Remote Work

Mauritius ist nicht nur für klassische Urlaubsreisen interessant. Das Premium Visa richtet sich an Personen, die länger bleiben möchten, etwa als Langzeittouristen, Rentner oder Berufstätige, die für einen ausländischen Arbeitgeber oder ein Unternehmen außerhalb von Mauritius remote arbeiten.

Das Premium Visa ermöglicht berechtigten Personen einen Aufenthalt von bis zu einem Jahr und kann verlängert werden. Der Antrag selbst ist kostenlos.

Es berechtigt nicht automatisch dazu, auf dem lokalen Arbeitsmarkt eine Beschäftigung aufzunehmen. Wer in Mauritius arbeiten möchte, benötigt die dafür vorgesehenen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse. Das Premium Visa ist für einen Langzeitaufenthalt mit ausländischer Einkommensquelle gedacht.

Für Remote Worker hat Mauritius praktische Vorteile: kurze Wege, gute Konnektivität und zahlreiche Küstenorte, an denen sich ein Alltag mit nur einer festen Basis organisieren lässt.

Der wichtigste Nachteil sind die Kosten. Mit einem guten Apartment nahe am Meer, Mietwagen und häufigem Kauf importierter Lebensmittel oder Essen in internationalen Restaurants ist Mauritius kein besonders günstiges Langzeitziel.

Auch steuerlich sollte ein Premium Visa nicht mit einer automatischen Lösung gleichgesetzt werden. Wer mehrere Monate von Mauritius aus arbeitet, sollte prüfen, welche steuerlichen Regeln in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sowie in Mauritius für die eigene Situation gelten.

Für gesetzlich oder privat Versicherte aus dem deutschsprachigen Raum ist außerdem wichtig: Mauritius gehört nicht zum europäischen Krankenversicherungssystem. Eine geeignete Auslands- beziehungsweise Reisekrankenversicherung sollte deshalb vor allem bei längeren Aufenthalten ausdrücklich geprüft werden.

Für wen eignet sich Mauritius besonders?

Mauritius passt sehr gut zu Reisenden, die schöne Strände möchten, aber nicht den gesamten Urlaub innerhalb eines Resorts verbringen wollen. Die Insel ist klein genug, um dieselbe Unterkunft zu behalten und trotzdem regelmäßig andere Strände, Berge, Wasserfälle, Tempel, Städte und Restaurants zu besuchen.

Wer ein großes Land mit mehreren Metropolen, langen Überlandstrecken und Dutzenden historischen Sehenswürdigkeiten sucht, könnte Mauritius nach einigen Wochen als etwas zu kompakt empfinden. Die Insel bietet nicht dieselbe Reiseform wie Sri Lanka, Thailand oder Indonesien. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich entdecken, ohne wochenlang unterwegs zu sein.

Genau diese Kompaktheit ist aber auch einer der größten Vorteile. Mauritius eignet sich hervorragend für ein bis zwei Wochen Urlaub und ebenso für mehrere Monate in einem langsameren Rhythmus. Man kann morgens schwimmen, einen Teil des Tages arbeiten, nachmittags in die Berge fahren und abends in dasselbe Apartment zurückkehren.

Am interessantesten wird Mauritius, wenn man die Insel nicht nur als Resortkulisse betrachtet, sondern als kleinen, modernen und kulturell ungewöhnlichen Staat mit starkem indischem und kreolischem Erbe, leicht erreichbarer Natur und einigen der schönsten geschützten Lagunen des Indischen Ozeans.

Stand der Informationen: 18. September 2026.

Quellen für veränderliche Angaben: Statistics Mauritius, Government of Mauritius, Passport and Immigration Office, Mauritius Meteorological Services, Mauritius Now, UNESCO World Heritage Centre, Economic Development Board Mauritius sowie aktuelle Reisehinweise des Auswärtigen Amts und des österreichischen Außenministeriums. Einreise-, Gesundheits- und Visabestimmungen sollten unmittelbar vor der Reise erneut geprüft werden.

Autor: Redaktion MauriceTop

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